Holzförderung und Qualitätssicherung im Fokus des Internationalen Holzbau-Forums

SALZBURG – Das Internationale Holzbau-Forum (IHF) ist eine einflussreiche Plattform für Wissenstransfer und Networking im Bereich des Holzbaus. Es bringt Architekten, Ingenieure, Holzbauer und Wissenschaftler zusammen, um aktuelle Entwicklungen und Innovationen zu diskutieren. Rund 85 Vertreter aus Holzindustrie und Wissenschaft folgten vom 7. bis 9. Mai 2026 der Einladung des IHF, der Professoren Germerott und Köster sowie der Firmen ISOCELL und Binderholz.

Das Programm umfasste eine Vorstellung der Firma ISOCELL inklusive Demonstrationen zur Einblasdämmung sowie Besichtigungen des binderholz Massivholzplattenwerks in St. Georgen, der binderholz Bausysteme und von b_solutionin Hallein.

Binder Hallein

Nachhaltigkeit und technischer Standard

Das diesjährige Holzbau-Forum in Salzburg bestätigte erneut seine Rolle als wichtiger Impulsgeber der Branche. Vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an Nachhaltigkeit und Bauqualität diskutierten Experten aus ganz Europa über qualitätssichernde Maßnahmen beim Witterungsschutz sowie über Standards zur Einhaltung von Raumklimarichtwerten.

Karl-Heinz Weinisch, Sachverständiger für Innenraumhygiene, setzte mit seinem Vortrag einen kritischen Akzent zu den strengen Innenraumluft-Richtwerten für natürliche Holzgerüche (z. B. Terpene der Kiefer). Er betonte, dass die Bewertung der Terpene revidiert werden müsse, da aktuelle Studien die Holzgerüche entlasten und keine gesundheitsschädigenden Wirkungen nachgewiesen werden konnten. Er forderte, die Öffentlichkeit und vor allem Bauinvestoren darüber zu informieren. Die Verwendung von Kiefernholz wird künftig deutlich zunehmen – insbesondere da regionale Fichtenbestände durch anhaltenden Trockenstress stark reduziert wurden. Zudem stellte er Strategien vor, um mehrstöckige Holzgebäude während der Bauphase noch effektiver vor Feuchtigkeit zu schützen.

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Forschung und Wohngesundheit

Ergänzend dazu beleuchtete Prof. Dr. Ulrich Zißler, Direktor des Technologie-Transferzentrums für Baubiologie und Wohngesundheit an der Technischen Hochschule Rosenheim, die wissenschaftliche Perspektive mit Fokus auf „Forschung und Ausbildung zur Wohngesundheit“. Zißler unterstrich die Notwendigkeit, das Wissen um naturwissenschaftliche Zusammenhänge tiefer in der Ausbildung zu verankern. Er präsentierte Studienergebnisse zur positiven Wirkung von Holz auf das Raumklima und die Behaglichkeit.

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Dabei wurde deutlich: Die Kritik am Holzgeruch ist wissenschaftlich schwer haltbar, da sie sich auf eine überalterte Studientechnik beruft und auf einer subjektiven Geruchswahrnehmung basiert, die fälschlicherweise mit einer gesundheitlichen Gefährdung gleichgesetzt wird, ohne dass es dafür belastbare medizinische Evidenz gibt.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass beim Bau moderner, großvolumiger Holzbauprojekte dem Witterungsschutz zunehmend Aufmerksamkeit gewidmet werden muss. Ein proaktives Feuchtemanagement während der Montage ist heute eine wirtschaftliche Notwendigkeit, um Bauschäden zu vermeiden und die Bauqualität langfristig zu sichern.

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