Dachdämmung mit brandgeschütztem Schilf für die Sanierung eines denkmalgeschützten Schulhauses
Förderung in 2006
Was erreicht wurde:
Der Antragsteller, ein Ingenieurbüro Bau + Energie, war auf Grund einer beauftragten Sanierung für ein denkmalgeschütztes Schulhaus auf der Suche nach einem nachwachsenden Dämmstoff. Wegen der erhöhten Brandgefahr wird Schilf als Dämmmaterial kaum noch verwendet. Jedoch kann die Behandlung mit Natronwasserglas hilfreich sein. Schilf und Natronwasserglas sind selbst für sensibilisierte Personen unbedenklich und bestehen alle baubiologischen Anforderungen. Dazu kam noch, dass in der nahen Umgebung des Sanierungsprojektes vielfältig Schilf wuchs.
Um die nötige Sicherheit gewährleisten zu können, waren eine Reihe von Voruntersuchungen und Optimierungsarbeiten notwendig. Auch der Arbeitsaufwand des Einbauens ist höher als bei einer herkömmlichen Dämmung.
Die Stiftung B-A-U konnte einen Beitrag zur Anschubförderung des Projektes leisten.
Bei einer offensichtlich elektrokranken älteren Frau wurde eine Wohnungsuntersuchung nach dem Standard der baubiologischen Messtechnik durchgeführt. Die mittellose Sozialhilfeempfängerin hat die Gebühren dafür nicht aufbringen können; sie wurden von der Stiftung B-A-U übernommen.
Die Frau hatte extreme Probleme in ihrer Wohnung: sie konnte nicht mehr schlafen und hatte das Gefühl, in einem elektrischen Feld zu liegen, der ganze Körper schmerzte, hinzu kamen Schwindel, Herzschmerzen, Migräne, Nervosität, Ohrenschmerzen, Kopfdruck und andere Beschwerden. Es waren typische Symptome von Elektrosensibilität.
Die auffälligsten Daten der Wohnungsuntersuchung, welche von einer Baubiologin durchgeführt wurden, waren eine starke gepulste Hochfrequenzstrahlung sowie extrem hohe niederfrequente elektrische Wechselfelder, jeweils besonders im Bereich des Bettes. Diese Störquellen konnten entdeckt und weitgehend behoben werden.
Einige Tage nach der Sanierung schrieb uns die Frau: “Ich kann wieder schlafen, nachdem das nachbarliche DECT-Telefon gegen ein CT1-Telefon ausgetauscht wurde. Kaum zu glauben. Auch körperlich geht es mir dadurch besser. Tausend herzlichen Dank. Für Ihre wunderbare Arbeit wünsche ich Ihnen von Herzen alles Gute.”
Anmerkung:
DECT – Digitales schnurloses Telefon, das zusammen mit dessen Basisstation hochfrequente und relativ starke gepulste niederfrequente Wellen von 100 u. 217 Hz ununterbrochen sendet (auch wenn nicht telefoniert wird).
CT 1 – Schnurloses Telefon, das zusammen mit dessen Basisstation relativ schwache hochfrequente nicht gepulste analoge Wellen nur dann sendet, wenn telefoniert wird. Die Funkwellen strahlen bis zu 200 m, auch durch Wände hindurch. Gepulste Wellen haben gegenüber den gleichförmigen eine wesentlich stärkere biologische Wirkung.
Wissenschaftlich betreute Studie über zinnorganische Schadstoffe
Förderung in 2000
Was erreicht wurde:
Der Antragsteller hatte im Vorfeld mehrere Untersuchungen durchgeführt, die gezeigt hatten, dass es im Hausstaub auf PVC-Fußböden toxikologisch bedenkliche Konzentrationen von zinnorganischen Verbindungen geben kann. Auf Grund dieser Erkenntnisse wurden direkte Gefährdungen, insbesondere für das Immunsystem von auf dem Boden spielender Kinder begründet. In PVC-Artikeln dienen zinnorganische Substanzen als Stabilisatoren und werden während des Fertigungsprozesses zugegeben. Die hohen Einsetzmengen als PVC-Stabilisatoren stimmen deswegen bedenklich, weil Di- und Tributylzinnverbindungen über eine hohe chronische Toxizität verfügen.
Ziel der von AnBUS e.V. durchgeführten Studie war es, unter realen Bedingungen zu überprüfen, ob das Vorkommen von Organozinnverbindungen, insbesondere Dibutylzinn- (DBT) und Tributylzinn- (TBT) Verbindungen in PVC-Produkten – insbesondere aus großflächigen PVC-Bodenbelägen – mit erhöhten Gehalten in der Wohnumwelt in Zusammenhang steht und ob sich hierdurch eine gesundheitliche Relevanz ergibt, da hierzu noch keine Untersuchungen unter praxisnahen Bedingungen im Wohnumfeld durchgeführt wurden. In den privaten Wohn- und Schlafräumen wurden Material- und Staubproben genommen, falls PVC-Fußböden in diesen Räumen vorhanden waren.
Den Bewohnern wurde aufgetragen, eine Woche vor dem Probenahme-Termin die Böden nicht mehr zu reinigen. Zu jeder Materialprobe eines PVC-Bodens wurde dann von AnBUS e.V. eine Staubprobe des daraufliegenden, ca. 1 Woche alten Hausstaubes genommen.
In 15% der Materialproben konnten keine Organozinnverbindungen nachgewiesen werden. Tributylzinn konnte sogar in 70% der Proben nicht nachgewiesen werden. Ein Vergleich zwischen den jeweiligen Schadstoffgehalten im Material und Staub kann Hinweise auf einen Übertritt der zinnorganischen Substanzen aus dem PVC-Fußboden in den Hausstaub liefern. Es gibt in einem Gebäude jedoch zahlreiche, schwer zu quantifizierende Faktoren, die das Verhältnis von Material- und Staubkonzentration beeinflussen. Bis zu einer weiteren Klärung dieser toxikologischen Datenbasis riet die Studie vom Einsatz von organozinnhaltigen PVC-Böden in Haushalten mit Kleinkindern und Kindergärten dringend ab.
Die Stiftung B-A-U unterstützte diese im Rahmen einer Diplomarbeit durchgeführte Studie.